Menu Content/Inhalt
Schülerfragen zur Schau Drucken

Fakten zur momentanen Situation

 

Schülerfragen

Antworten Dr. Corine Veithen, Multivision

Wie hoch ist der Anteil der erneuerbaren Energien in Deutschland und der Welt an der Gesamtstromerzeugung (Wind, Sonne etc einzeln genommen)?

 

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland hat im Jahr 2006 weiter zugelegt, ihr Anteil am Bruttostromverbrauch stieg von 10,4 % im Jahr 2005 auf 12,0 % im Jahr 2006 (Wasserkaft:3,5%, Wind: 5%, Photovoltaik: 0.3%, biogene Feststoffe: 1,2%, biogene flüssige Brennstoffe: 0,3%, und andere). Weltweit beträgt der Anteil der erneuerbaren Energieträger an der Stromerzeugung 17.9% (Stand 2004). 16,1% entfallen auf die Wasserkraft, der Rest auf Biomasse und die übrigen.

 

Wie groß ist das Ozonloch? 

 

Im Jahr 2006 hatte das Ozonloch eine Ausdehnung von 27,45 Millionen Quadratmetern (Zum Vergleich: der afrikanische Kontinent ist 30,3 Millionen Quadratmeter groß. 

 

Gibt es noch Deos etc. mit FCKW? Was ist nun stattdessen drin? Sind die Ersatzstoffe gefährlich?

 

In Deutschland sind die FCKW völlig vom Markt verschwunden. Als Ersatzstoffe werden sogenannte teilhalogenierte Stoffe verwendet. Diese sind jedoch auch ozonschädigend, wenn auch weniger. Weltweit werden jedoch immernoch FCKW eingesetzt

 

Wie gefährlich ist Methan? 

 

Methan ist genau wie CO2 ein Treibhausgas. Es ist aber 23 mal klimawirksamer. 

 

Warum wird immer mehr erfunden, was die Umwelt belastet?

 

Weil es leider auch immer Leute gibt, die das kaufen, was die Umwelt belastet.

   

 

Klimaprognosen

 

Schülerfragen

Antworten Mathias Seiche, BUND 

Antworten Dr. Corine Veithen, Multivision 

Welchen Prognosen für die Zukunft kann man überhaupt Glauben schenken? Eiszeit? Warmzeit?

 

Das Szenario einer Eiszeit in Mitteleuropa durch den Klimawandel ist äußerst unwahrscheinlich. Die schnelle Eisschmelze in der Arktis führt zwar dazu, dass der warme Golfstrom schwächer wird. Aber in der Summe überwiegt der Effekt der Erderwärmung in Europa.

 

Es gibt ein Weltweit anerkanntes wissenschaftliches Gremium, das alle paar Jahre die neuesten Erkenntnisse zur Klimaveränderung zusammenträgt. Dieses Gremium heisst IPCC. Die Prognosen, die veröffentlicht werden, kann man also als 'Mittelwert' aller wissenschaftlicher Studien ansehen. In seiner neuesten Zusammenfassung aus dem Jahre 2007 geht das IPCC von einer weltweiten Erwärmung von 1,4 bis 5,8 Grad Celsius bis Ende diesen Jahrhunderts aus. Es wird also wärmer werden. Die große Spanne liegt einerseits an unterschiedlichen Emissionsprognosen der Treibhausgase und andererseits daran, dass unterschiedliche Modelle herangezogen werden.

 

Gab es früher nicht auch schon Warmperioden und Eiszeiten, die nicht durch den Menschen geprägt wurden? Warum nimmt man den Klimawandel nicht als natürlich hin?

Ja, aber die erdgeschichtlichen Eis- und Warmzeiten werden durch verschiedene Sonnenzyklen in Zeiträumen zwischen 20.000 und 100.000 Jahren verursacht. Der Temperaturunterschied zwischen einer Eiszeit und einer Warmzeit beträgt rund 5° Celsius. Zurzeit befinden wir uns in einer erdgeschichtlichen Warmzeit. Durch die vom Menschen verursachte Klimaerwärmung erwärmt sich das Klima um 2° bis 4,5° Celsius zusätzlich. Außerdem läuft die jetzige Erderwärmung viel schneller ab als in der Erdgeschichte: innerhalb von nur 100 Jahren und nicht in Jahrtausenden.

 

Ja, die Erde ist geprägt von abwechselndenen Eis- und Wärmezeiten. Wissenschaftlich gesehen gibt es aber keinen Zweifel mehr, dass die beobachteten Temperaturerhöhungen durch die vom Menschen ausgestoßenen Treibhausgase hervorgerufen werden und eben nicht natürlichen Ursprungs sind.

 

Wie hoch ist die Klimaerwärmung in 100 Jahren?

 

Am wahrscheinlichsten ist eine Klimaerwärmung um 2° bis 4,5° Celsius. Nach einzelnen Prognosen könnte sich die Temperatur sogar um 6° Celsius erhöhen. Da schon eine Temperaturerhöhung um mehr als 2° Celsius katastrophale Auswirkungen hat, muss der Ausstoß der Klimagase so schnell wie möglich reduziert werden.

 

Die neusten Prognosen gehen von einer Temperaturerhöhung zwischen 1,4° bis 5,8° Celsius bis zum Ende dieses Jahrhunderts aus.

 

Stimmt es, dass der Klimawandel plötzlich in einem Mordstempo voranschreiten kann?

 

Im Vergleich zu den Klimaveränderungen in der Erdgeschichte sind schon die jetzt eingetretenen Klimaveränderungen sehr schnell. In 30 bis 80 Jahren wird die vorhergesagte Temperaturerhöhung von 2° bis 4,5° Celsius erreicht sein. Viel schneller geht es nicht, weil das Klima sehr träge reagiert. Das bedeutet aber auch, dass sich die Temperatur noch ein paar Jahrzehnte erhöht, nachdem der Ausstoß der Treibhausgase gestoppt wurde. Erst danach erreicht das Klima ein neues Gleichgewicht.

 

Ja, es hat im Verlauf der letzten Eiszeit einige sehr abprupte Klimaschwankungen gegeben (z.B. stieg die Temperatur in Grönland innerhalb von 2 Jahrzehnten um bis zu 12 Grad). Zurückzuführen waren diese auf sprunghafte Änderungen des Golfstroms.

 

Können sich unsere Lebensumstände in kurzer Zeit (~13 Jahre) sehr stark verändern?

 

Im Prinzip ja. Um sehr starken Klimaveränderungen und daraus resultierenden Konflikten um Nahrungsmittel, Wasser und Lebensgrundlage zu entgehen, ist ein entschlossenes und rasches Handeln sehr wichtig. Je schneller der Umstieg auf alternative Energiesysteme geschafft wird, desto weniger wahrscheinlich sind abrupte Veränderungen.

 

Stimmt es, dass wir alle in 15 Jahren sterben, wenn wir nicht handeln und wie viel kann die Erde an Schadstoffen aushalten?

 

 

Nein, wir werden auch in 15 Jahren noch leben. Bezogen auf CO2 geht man davon aus, dass die Erde eine Temperaturerhöhung von 2° Celsius gerade noch verkraften kann. Auf die CO2 Konzentration zurückbezogen bedeutet dass, das der Wert von 450 ppm nicht überschritten werden darf. Zum Vergleich: vor der Industrialisierung lag der Wert bei 280 ppm, 2005 schon bei 380 ppm. Wir müssen also sofort handeln.

 

 

Auswirkungen des Klimawandels 

 

Schülerfragen 

Antworten Mathias Seiche, BUND 

Antworten Dr. Corine Veithen, Multivision

Werden durch die Klimadiskussion bewusst andere wichtigere Themen vernachlässigt?

 

 

Die vom Menschengemachte Klimaveränderung ist in ihren Auswirkungen so dramatisch, dass die gar nicht hoch genug auf der öffentlichen und politischen Agenda stehen kann. Viele andere Themen hängen ja auch sehr eng mit dieser Diskussion zusammen. So sind viele Konflikte weltweit auch Konflikte um knapper werdender Ressourcen.

 

Wie sind die Auswirkungen der Klimaumstellung für Schleswig-Holstein?

 

Der Meeresspiegel wird im 21. Jahrhundert voraussichtlich um einen halben Meter ansteigen - es könnten aber auch wesentlich mehr werden (das Tempo, in dem Gletscher auf Grönland schmelzen, ist noch unsicher). Deshalb müssen an der Nordseeküste die Deiche mit hohem Aufwand erhöht werden. Für Gegenden, die unter dem Meeresspiegel liegen, müssen die Evakuierungspläne verbessert werden. Auf Sylt wurden in den letzten Jahren mehrer hundert Millionen Euro für die Sicherung der Insel vor Sturmfluten ausgegeben. Die Sandvorspülungen werden aber immer wieder weggespült. Da sich der Meeresspiegel nicht nur kontinuierlich erhöht, sondern auch Sturmfluten im Winter immer heftiger werden, sind auch Großstädte wie Bremen und Hamburg gefährdet.

 

Für die letzten 100 Jahre lauten die räumlich gemittelten Erwärmungsraten in den einzelnen Jahreszeiten: Frühling 0,6 °C, Sommer 0,7 °C, Herbst 1,2 °C, Winter 0,8 °C, Jahreswerte 0,8 °C (jeweils Temperaturanstieg); für 1981-2000: Frühling 1,3 °C, Sommer 0,7 °C, Herbst 0, Winter 2,3 °C, Jahreswerte 1,1 ºC. So hat sich in den letzten Jahrzehnten vor allem die winterliche Erwärmung verstärkt. Beim Niederschlag ergeben sich für 1971-2000: Frühling + 13%, Sommer + 4%, Herbst +14%, Winter + 34%, somit vor allem eine winterliche Zunahme. Gerade beim Niederschlag sind aber selbst in einem so kleinen Gebiet wie Deutschland die Trends regional recht unterschiedlich. So gibt es im Nordosten auch abnehmenden Sommerniederschlag, während sich die winterliche Niederschlagszunahme auf die westlichen und südwestlichen Landesteile konzentriert.  Bis zum Ende dieses Jahrhunderts könnte es in Deutschland wegen des Klimawandels insgesamt merklich wärmer werden. Dies zeigen erste Ergebnisse eines Klimamodells der Firma Climate & Environment Consulting Potsdam GmbH (CEC) zur regionalen Klimamodellierung im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA): Bis zum Ende des Jahrhunderts ergeben die Modellrechnungen – gegenüber den Jahren 1961 bis 1990 – einen Anstieg der Temperaturen zwischen 1,8 und 2,3 Grad Celsius. Die stärkste Erwärmung könnte es im Norden Deutschlands (außerhalb des Küstenbereichs) sowie in den Voralpen geben. Bei den Niederschlägen ergibt sich ein weniger einheitliches Bild. Die regionalen Unterschiede dürften hier groß sein: Beispielsweise errechneten die Forscherinnen und Forscher für das ohnehin schon trockene norddeutsche Tiefland bis zu 50 Prozent weniger Niederschläge. In den Gebirgsregionen dürften dagegen vor allem im Winter die Niederschläge im Mittel zunehmen. Bezüglich des Meeresspiegelanstiegs geht man von einer Erhöhung bis zu 88 cm bis zum Ende des Jahrhunderts aus.

 

Wie werden sich in Zukunft die Jahreszeiten in Deutschland darstellen?

 

In 50 Jahren wird fast jeder zweite Sommer so extrem heiß sein wie der Sommer 2003. Damals starben 7000 Menschen in Deutschland wegen der unerträglichen Hitze. In Brandenburg nimmt die Waldbrandgefahr stark zu. Die Niederschläge werden sich immer stärker auf die Wintermonate konzentrieren.

 

 

Von welchen der Folgen sind wir am meisten betroffen und wann werden sie auftreten?

 

 

Nahrungsmittelproduktion, Forstwirtschaft, Artensterben, Hochwassergefahr, Dürreausfälle, Wassermangel,  Gesundheitsrisiko,  Tourismus,... Dies alles sind Bereiche die mehr oder weniger stark vom Klimawandel betroffen sind. Die ersten Auswirkungen in all diesen Bereichen kann man schon jetzt beobachten.

 

Wird durch die Klimaveränderung (Abschmelzen der Pole, Ozonloch) irgendwann der
Fortbestand der Menschheit gefährdet sein?

 

Nein, aber schon heute sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation rund 150.000 Menschen pro Jahr an den Folgen des Klimawandels (vor allem durch Dürren und die Ausbreitung von Krankheiten in Afrika). Die reichen Länder werden sich wahrscheinlich mit hohem technischen und wirtschaftlichem Aufwand an die Klimaveränderungen anpassen. Die ärmeren Länder haben diese Mittel aber nicht. Der Wassermangel in vielen Weltregionen ist heute schon eine Ursache für kriegerische Auseinandersetzungen. Solche Konflikte könnten in Zukunft zunehmen und zusätzlich viele Opfer fordern.

 

Nein, aber das Leben auf dem Planeten Erde wird schwerer werden. So ist die Landwirtschaft oder auch der Zugang zu Trinkwasser von einer Klimaveränderung massiv betroffen. Dies kann zu Kämpfen um Nahrungsmittel und Wasser führen. Die Migrationsproblematik wird sich durch vermehrte Hitze-, Dürre- und Unwetterperioden verstärken. 

 

Wird es immer mehr Tornados und Winter ohne Schnee in Deutschland geben? Wie können wir uns, die Bäume und die Tiere schützen?

 

Tornados sind in Deutschland eher selten. Aber die Winterstürme werden voraussichtlich immer heftiger. Die Schneefallgrenze wird um ein paar hundert Meter nach oben wandern.

 

Schützen kann man sich nur sehr bedingt. Wir sind gezwungen mit den klimatischen Bedingungen zu leben, die wir vorfinden. Ändert sich das Klima, müssen Menschen, Tiere und Pflanzen sich eben so gut es geht daran anpassen - mit allen Konsequenzen.

 

Stimmt es, dass es riesige Methanvorkommen auf dem Meeresboden gibt und dass es beim Auftreten in die Atmosphäre zu Schädigungen der Ozonschicht kommt?

 

 

Methanhydrat ist eine chemische Verbindung aus Methan- und Wassermolekülen. An den Kontinentalschelfen der großen Ozeane befinden sich massive Lagerstätten dieser Verbindung, die unter entsprechenden Temperatur- und Druckbedingungen stabil sind. Diese Methanlagerstätten könnten bei steigender Wassertemperatur, bedingt z. B. durch den Menschen gemachten Treibhauseffekt instabil werden. Die Konsequenzen daraus könnten dramatisch sein: Das freigesetzte Methan erwärmt die Erdatmosphäre und führt zu einer positiven Rückkopplung. Zudem könnten Kontinentalhänge instabil werden, herabgleiten und Tsunamis auslösen.

 

Wer profitiert vom Klimawandel am meisten?

 

 

Keiner, unsere Welt ist mittlerweile so vernetzt, dass alle darunter leiden werden.

 

Wer hat die größten Nachteile durch den Klimawandel?

 

 

Die, die auch heute schon arm sind und sich am wenigsten vor den Auswrikungen einer Klimaveränderung schützen können. Steigt z.B. der Meeresspiegel, sind die ärmsten Länder wie Bangladesch nicht in der Lage flächendeckend Deiche zu bauen wie wir das in Europa in einem bestimmten Rahmen schon können.

 

 

Lösungssansätze 

 

Schülerfragen

Antworten Mathias Seiche, BUND 

Antworten Dr. Corine Veithen, Multivision

Warum kommen solche Expertenteams an Schulen, anstatt sich direkt an Erwachsene zu wenden, die viel mehr ausrichten können?

 

 

Erwachsene werden über die Zusammenhänge ebenfalls informiert. Aber die Jugendlichen sind sehr wichtig, da sie es sind, die am meisten unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden müssen - und sie werden es auch sein, die am meisten tun müssen um unsere Energiesysteme umzustellen.

 

Warum wird der Druck auf China und die USA nicht erhöht, damit sie ihren CO2-Ausstoß senken? Wie kann man den Druck erhöhen?

 

Politischer Druck alleine bringt wenig. Die EU und Deutschland müssen zeigen, dass sich Klimaschutz auch wirtschaftlich lohnt. In den USA gibt es etliche Bundesstaaten und Bürgermeister, die selbst mehr für den Klimaschutz tun wollen. In China wird der Ausbau der Windenergie vorangetrieben.

 

Auf der Ebene der Vereinten Nationen, wo die weltweite Klimapolitik gemacht gilt erst einmal das Prinzip der Freiwilligkeit. Da die USA das Klimaschutzabkommen von Kyoto nicht unterzeichnet hat, kann man sie auch nicht zum Klimaschutz verdonnern. Eine gute Strategie um den Druck zu erhöhen ist z.B., die menschengemachte Klimaveränderung wissenschaftlich immer weiter zu untermauern und über Medien und Umweltschutzorganisation in den USA, die Amerikaner von der Gefahr für ihr Land zu überzeugen.  Diese geben den Druck dann an ihren Präsidenten weiter. Bei China ist die Lage etwas anders da es das Kyoto Protokoll unterzeichnet hat. Im Kyoto Protokoll sind aber für China keine Klimaschutzziele festgelegt. Hier geht es nun darum, China und andere frühere 'Entwicklungsländer' für ein Nachfolge Abkommen ins Boot zu holen und zu verbindlichen Klimaschutz Maßnahmen zu bewegen.

 

Könnte Kernfusion statt Kernspaltung die Lösung des Energieproblems sein?

 

 

Nein, da wir den Ausstieg aus Kohle Öl und Gas jetzt schaffen müssen, die Kernfusion aber in absehbarer Zeit keine nutzbare Energie liefern wird.

 

Wie werden die Länder bestraft, die das Kyoto-Protokoll nicht einhalten?

 

Das Kyoto-Protokoll ist zwar völkerrechtlich verbindlich in Kraft getreten, aber es gibt keine Strafen für Länder, die ihre Verpflichtungen nicht einhalten.

 

Erreicht eine Vertragspartei ihr Emissionsziel nicht, muss sie gemäß dem Protokoll die Differenz im zweiten Verpflichtungszeitraum aufholen, zuzüglich einer Sanktion von 30%. Ferner ist ein Aktionsplan für die Einhaltung zu entwickeln, in dem die Partei die Maßnahmen nennen muss, die sie im Hinblick auf das Ziel ergreifen will, sowie den entsprechenden Zeitplan. Außerdem wird das Recht der Partei zum Verkauf von Emissionsrechten im Rahmen des internationalen Emissionshandelssystems des Kyoto-Protokolls suspendiert.

 

Gibt es schon Fahrzeuge, die die Autos ersetzen können?

 

Fahrräder, Bahn, Bus, Carsharing - das hängt natürlich vom Einsatzzweck ab.

 

Es gibt leider noch keine Fahrzeuge, die mit Wasser fahren, es ist aber techisch durchaus möglich, viel sparsamere Autos zu bauen als es uns die Autokonzerne weismachen. Natürlich müssen diese Autos auch gekauft werden. Schaut man sich die Flotte jedoch an, scheinen die Menschen lieber auf Landcruiser zuzugreifen, die immerhin bis zu 20 Liter/100 km verbrauchen. Das ist einfach sinnlose Verschwendung. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es jedoch auch unseren Umgang mit Mobilität zu hinterfragen.

 

Wann werden alle Autos ohne Benzin fahren, und womit werden sie dann fahren?

 

 

Das ist noch nicht absehbar. Es gibt heute schon Autos die mit Biodiesel (z.B aus Rapspflanzen) fahren. Dies ist aber insofern problematisch, da sie einfach zu viel verbrauchen. Das führt dazu, dass es ein Tauziehen um Nahrungsmittel gibt - zugespitzt kann man sagen: entweder landen sie in Afrika auf dem Teller oder bei uns im Tank. Biodiesel kann erst dann Teil einer Lösung sein, wenn Autos nur mehr ein Bruchteil vom heutigen Verbrauch aufweisen.

 

Was können wir tun, um die Klimakatastrophe zu verhindern?

 

Eine ganze Menge: Fast 90 Prozent der Klimagase in Deutschland stammen aus der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas. Energie sparen ist also der beste Beitrag zum Klimaschutz - z.B. mit sparsamen Haushaltsgeräten, Verzicht auf Wäschetrockner, kein Stand-by, öfter mit Bahn und Bus fahren anstatt mit Auto oder Flugzeug, im Winter nur kurz Stoßlüften anstatt die Fenster lange gekippt zu lassen usw. Außerdem kann man auf einen Ökostromanbieter umsteigen und damit den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen.

 

Das beste ist, so schnell wie möglich auf die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas zu verzichten. Ganz verhindern können wir die Klimaerwärmung aber nicht mehr. Wenn wir es schaffen, bis Mitte des Jahrhunderts den weltweiten CO2-Ausstoß zu halbieren, würden sich die Klimaveränderungen wahrscheinlich in einem gerade noch erträglichen Maß halten.

 

Kann man die Treibhausgase einfangen und vernichten?

 

CO2 kann nicht "vernichtet" werden. Aber theoretisch lässt sich das bei der Verbrennung von Kohle entstehende CO2 abtrennen und dann tief unter der Erde (z.B. in ehemaligen Erdgaslagerstätten) speichern. Allerdings ist die Speicherung unter der Erde noch nicht sicher erforscht. Außerdem ist die Abtrennung von CO2 aus den Abgasen sehr teuer und führt dazu, dass noch mehr Kohle verbraucht wird. Wenn überhaupt, dann wird die CO2-Abscheidung frühestens zwischen 2015 und 2020 im großen Stil eingesetzt werden können. Die Energiekonzerne wollen aber schon in den nächsten Jahren über 25 neue Kohlekraftwerke in Deutschland bauen, die das CO2 ungefiltert in die Luft blasen. Dagegen wehrt sich der BUND.

 

Vernichten kann man Treibhausgase nicht. Nur die grünen Pflanzen sind in der Lage das CO2 wieder aufzunehmen und als Biomasse zu speichern. Es gibt aber Anstrengungen, die Treibhausgase die z.B in einem Kohlekraftwerk anfallen einzufangen und langfristig zu lagern. On man allerdings Lagerstätten findet, die so sicher sind, das die gase nie wieder entweichen können ist sehr zweifelhaft.

 

Was bringt eine Geschwindigkeitsbeschränkung wirklich?

 

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung erspart der Atomosphäre bis 2020 rund 40 Millionen Tonnen CO2. Außerdem würde eine Geschwindigkeitsbegrenzung die Autohersteller endlich davon abbringen, extrem schnelle PKW mit viel PS und hohem Benzinverbrauch zu bauen. Wenn das Tempo auf den Autobahnen gleichmäßiger ist, werden mehr sparsame Kleinwagen gekauft.

 

Ein PKW benötigt bei einer Geschwindigkeit von 100 km/St rund 1/4 weniger Treibstoff als bei 130 km/St, also statt 8 Liter nur 6 für eine Strecke von 100 km.

 

Reichen die Ressourcen für den Bau sovieler Anlagen für Erneuerbarer Energien? Oder wird es da z.B. bei Photovoltaik zu Engpässen kommen?

 

 

Engpässe gibt es tatsächlich z.B. seit einiger Zeit bei der Silizium Produktion. Um Ressourcen so effizient wie möglich auszunutzen ist der Fokus erst einmal auf Einsparungen und Effizienzsteigerungen zu setzen. Die Energie die dann noch benötigt wird, kann aus Erneuerbaren hergestellt werden.

 

Was können wir Jugendliche gegen den Wandel tun, auch in Zukunft?

 

 

Sich Zuhause, in der Schule und in der Gesellschaft für Erneuerbare Energieträger einsetzen.

 

Warum beginnt man erst jetzt mit dem Aufhalten des Klimawandels, wo man es doch schon eher wusste?

 

 

Unsere gesamte Industrie, ja unsere gesamte Gesellschaft hängt am Tropf der fossilen Energieträger wie Kohle, Öl und Gas. Wirksam gegen den Klimawandel vorzugehen heisst unser komplettes Energiesystem umzukrempeln. Sich jedoch zu verändern ist für jeden Einzelnen schwer und es ist eben auch für die Gesellschaft als ganzes schwer. Denkt einfach mal darüber nach, wie schwer es euch fallen würde einen Monat lang kein Handy mehr zu benutzen!

 

Wie lange kann man bei der Energieerzeugung noch auf fossile Brennstoffe zurückgreifen?

 

 

Die statistische Reichweite, d. h. der Zeitraum, nach dem der Rohstoff bei gleichbleibendem Verbrauch ausgeschöpft wäre, beträgt bei Erdöl 40-50 Jahre, bei Erdgas 60-70 Jahre und bei Kohle 160-180 Jahre. Diese Angaben sind jedoch mit großen Unsicherheiten behaftet, da sie  vom Verbrauch abhängen (steigt dieser – was der Fall ist – verringert sich die Reichweite) aber auch von der Entdeckung neuer Lagerstätten. Große Versorgungsprobleme werden aber nicht erst zum Ende der Reichweiten beginnen, sondern ab dem Moment, wo die verbrauchte Menge die geförderte übersteigt. Dieser Zeitpunkt wird bei Öl 'Peak-Oil' gennant. Experten gehen davon aus, das dieser Zeitpunkt sehr bald errreicht ist.

 

Wieviele Menschen könnte man in Zukunft mit der Solarenergie versorgen?

 

 

Eine Vollversorgung mit Regenerativen Energien bis Ende diesen Jahrhunderts ist möglich - allerdings nur in Kombination mit Energieesparungen und einer drastischen Erhöhung der Energieeffizienz.

 

Ist Atomkraft als "saubere" Energie eine Alternative?

 

 

Nein. Atomkraft ist nicht sauber. Es fällt bei der Stromproduktion zwar kein CO2 an, dafür aber hochradioaktiver gefährlicher Atommüll der Jahrtausende sicher gelagert werden muss. Hinzu kommt, das bei einem Unfall in einem Atomkraftwerk eine sehr große Region atomar verseucht werden kann. Ein anderer sehr wichtiger Punkt ist, dass in einer Welt die von Terrorismus geprägt ist jeder an den Bombenstoff Plutonium herankommen kann. Das ist eine unkontrollierbare Gefahr, die nur durch den kompletten Verzicht auf Atomkraft in den Griff zu bekommen ist.

 

Welche erneuerbaren Energien werden zukünftig zum Einsatz kommen?

 

 

Wichtig ist erst einmal so wenig wie möglich Energie zu verbrauchen - also Energie zu sparen und sie so effizient wie möglich zu nutzen. Die Energie, die dann noch gebraucht wird durch einen Mix aus Sonne, Wind, Biomasse und Erdwärme hergestellt werden.